Sibylle Rauch kam am 2. März 1960 in München zur Welt. Schon in jungen Jahren fiel sie durch ihre auffällige Erscheinung auf – groß, blond, mit markanten Gesichtszügen. Nach ihrer Schulzeit arbeitete sie zunächst als Fotomodell für diverse Magazine, bevor sie Mitte der 1980er Jahre den Sprung in die Erwachsenenunterhaltung wagte. Ihr Debüt vor der Kamera gab sie unter dem Künstlernamen „Sybille Rauch“ in einer Reihe von deutschen und internationalen Produktionen. Die damalige Szene war von einer handgemachten, oft filmischen Ästhetik geprägt, in der Rauch mit ihrer natürlichen Ausstrahlung und ihres ungezwungenen Spiels schnell auffiel.
In den späten 1980er und frühen 1990er Jahren expandierte die europäische Erwachsenenfilmbranche rasant. Sibylle Rauch arbeitete mit namhaften Regisseuren und Produktionsfirmen zusammen, darunter auch das damals einflussreiche Label „Pirate Video“. Ihre Darstellungen zeichneten sich durch eine Mischung aus sinnlicher Zurückhaltung und spontaner Direktheit aus – Eigenschaften, die sie sowohl bei heimischen als auch bei internationalen Zuschauern beliebt machten. Besonders in den Genres des klassischen europäischen Erotikfilms war sie präsent, oft in Inszenierungen mit narrativem Rahmen. Ihre Arbeit wurde in mehreren Ländern vertrieben, sodass ihr Name über die deutschen Grenzen hinaus bekannt wurde.
Sibylle Rauch wird in der öffentlichen Wahrnehmung häufig mit ihrer Größe von 1,68 m und ihrer schlanken, aber kräftigen Statur assoziiert. Ihre blonden Haare und die blauen Augen wurden zu einem wiedererkennbaren Markenzeichen. In Interviews und zeitgenössischen Berichten wird sie als professionell, bodenständig und unkompliziert beschrieben. Sie legte Wert auf klare Absprachen am Set und pflegte einen kollegialen Umgang mit ihren Co-Darstellern. Diese Haltung trug dazu bei, dass sie über mehrere Jahre hinweg in einem damals oft stigmatisierten Berufsfeld kontinuierlich arbeiten konnte.
Zu ihren bekanntesten Arbeiten zählen Produktionen wie „Die Nackte im Sand“ oder „Heiße Tage am Strand“ (Titel sinngemäß aus dem Filmmaterial). Ein genaues vollständiges Werkverzeichnis ist aufgrund der damaligen Archivierungslücken nicht immer lückenlos rekonstruierbar, jedoch lassen sich rund dreißig Filme in ihrer aktiven Phase von 1985 bis etwa 1993 nachweisen. Nach 1994 zog sich Sibylle Rauch weitgehend aus dem Geschäft zurück. Sie kehrte in ein Leben abseits der Öffentlichkeit zurück und gab nur noch selten Interviews. Ihre Entscheidung wurde von Branchenkollegen respektiert, da sie stets als jemand galt, der die Kontrolle über das eigene Image behielt.
Über ihr Privatleben nach dem Rückzug ist wenig bekannt. Gerüchte und Spekulationen sind im Internet verbreitet, doch verlässliche offizielle Quellen fehlen. Fest steht, dass Sibylle Rauch in der Rückschau als eine der prägenden Darstellerinnen der deutschen Erotikfilmära der 1980er Jahre gilt. Ihr Name taucht in Retrospektiven und Filmessays auf, die die Entwicklung des europäischen Adultfilms analysieren. Anders als viele ihrer Kolleginnen vermied sie zeitlebens Skandale und pflegte einen unaufgeregten Umgang mit ihrer Vergangenheit. Diese Haltung verleiht ihrer Person eine gewisse Würde, die in der Branche nicht selbstverständlich ist.
Die Karriere von Sibylle Rauch fällt in eine Phase, in der die Video-Ära die Erwachsenenunterhaltung revolutionierte. Kassetten und später DVDs ermöglichten eine breite Distribution. Rauch profitierte von diesem Wandel, indem sie mit Produktionen arbeitete, die sowohl in Kinos als auch im Heimvideomarkt erschienen. Gleichzeitig war die gesellschaftliche Akzeptanz für Darstellerinnen damals deutlich geringer als heute. Die Tatsache, dass sie ihren Beruf ohne größere öffentliche Anfeindungen ausüben und später einen sauberen Abschied nehmen konnte, spricht für ihre umsichtige Lebensplanung. In Fachkreisen wird ihr Beitrag zur Etablierung einer professionellen Arbeitsweise im deutschen Erotikfilm anerkannt.